Schriftsteller Raoul Schrott spürt in seiner einzigartigen Weise dem Zeitgeist nach. Poetisch und gleichzeitig philosophisch beobachtet er den Kulturwandel.
Montag, 23. März 2026, 19:00 – 20:00 Uhr
Im Literaturhaus Zürich, Limmatquai 62, 8001 Zürich
Was ist Zeitgeist? Wie entstand er? Wie verbreitet er sich und prägt Gesellschaften? Auf welche Weise geben wir ihm nach oder behaupten uns gegen ihn? Und welche Auswirkungen hat er auf die Literatur? Ein Buch, wie nur Raoul Schrott es schreiben kann: halb Essay, halb Gedichtband, ein bibliophiles Wendebuch. Raoul Schrott legt in seinem Essay eine so überraschende wie einsichtige Analyse unserer Gegenwart vor. Als Kehrseite stellt er in seinen Gedichten uns selbst in Porträts einzelner Personen dar: ob jung oder alt, in Endzeitstimmungen und Glücksverheissungen, in den Gewissheiten jedes Einzelnen ebenso wie in seiner Desorientierung vor disparat gewordenen Zeiten.
Raoul Schrott, geboren 1964, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Peter-Huchel- und den Joseph-Breitbach-Preis. Bei Hanser erschienen zuletzt u.a. «Homers Heimat» (2008) und seine Übertragung der «Ilias» (2008), «Gehirn und Gedicht» (2011, gemeinsam mit dem Hirnforscher Arthur Jacobs), die Erzählung «Das schweigende Kind» (2012), die Übersetzung von Hesiods «Theogonie» (2014), der Gedichtband «Die Kunst an nichts zu glauben» (2015) sowie «Erste Erde» (Epos, 2016), «Politiken & Ideen» (Essays, 2018), «Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier, der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal» (Roman, 2019), «Inventur des Sommers» («Über das Abwesende», 2023) sowie das einzigartige Buchprojekt «Atlas der Sternenhimmel und Schöpfungsmythen der Menschheit» (2024) und jüngst «Zeitgeist. Ein Plädoyer für Menschlichkeit» (2026). 2023 hatte er die Ernst-Jandl-Dozentur der Universität Wien inne.
Foto: © Barbara Seyr