Alt Bundeskanzler Gerhard Schröder zum anstehenden Entscheid zwischen «mehr oder weniger Europa».
Mittwoch, 20. April 2016, 18:30 – 20:00 Uhr
An der Universität Zürich, Rämistrasse 71, 8006 Zurich, KOL-G-201 (Aula)
Die grossen globalen Bedrohungen und Herausforderungen erwachsen zurzeit aus asymmetrischer Gewalt, religiösen und ethnischen Konflikten und dem internationalen Terrorismus. Die Flüchtlingsströme sind eine Folge dieser Situation. Die Lösung kann nur in einem multilateralen Handeln der internationalen Gemeinschaft liegen. Das zwingt auch die Politik auf unserem Kontinent zu einer Entscheidung zwischen einem «mehr oder weniger Europa».
Gerhard Schröder, geboren 1944 in Nordrhein-Westfalen, war von 1998 bis 2005 siebter Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er ist Jurist und trat 1963 der SPD bei, für die er von 1980 bis 1986 erstmals im Deutschen Bundestag sass. Von 1990 bis 1998 war er Ministerpräsident von Niedersachsen. 1998 wurde er zum Kanzler gewählt, nachdem die SPD in den Landtagswahlen über 40% der Stimmen gewonnen hatte. In der Folge bildete Schröder erstmals in der Geschichte eine rotgrüne Koalition im Bundestag. Seine Kanzlerschaft war von umfassenden gesellschaftlichen Reformen geprägt: Modernisierung des Staatsbürgerschaftsrechts, Steuerreform, Rentenreform, Atomausstieg, Ökosteuer und verschiedene Initiativen im Bildungsbereich. Zudem übernahm Deutschland unter Kanzler Schröder zunehmend internationale Verantwortung. Heute ist Schröder wieder als Rechtsanwalt in Hannover tätig und hat zahlreiche Ehrenämter inne, u.a. ist er Schirmherr des Vereins «Gesicht Zeigen!» gegen Fremdenfeindlichkeit. Zudem ist er Vorsitzender der Nord Stream AG, die eine Gaspipeline zwischen Westeuropa und Russland betreibt.